Das bekannte Fetisch- und BDSM-Event „Torture Ship“ auf dem Bodensee erfreut sich auch nach Jahrzehnten ungebrochener Beliebtheit. Die Veranstaltung, die bereits 1996 erstmals stattfand, war in diesem Jahr schon Wochen vor dem Termin komplett ausverkauft.
Veranstalter Thomas Siegmund spricht von einer inzwischen eingespielten Organisation. Die Nachfrage sei weiterhin hoch: Bereits im Dezember war rund die Hälfte der Tickets verkauft, seit etwa einem Monat gibt es keine Karten mehr.
Für die diesjährige Ausgabe am 27. Juni haben die Organisatoren erneut ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Zu den Höhepunkten zählt eine Feuerkünstlerin aus Frankreich, die erstmals beim Torture Ship auftreten wird. Laut Siegmund stand sie schon seit Jahren auf der Wunschliste der Veranstalter.
Rund 450 Gäste werden an Bord der MS „Baden“ erwartet. Die Besucher reisen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem Ausland an. Während auf dem Schiff gefeiert wird, sorgen die Teilnehmer mit ihren auffälligen Outfits auch an Land für Aufmerksamkeit. Besonders entlang der Promenaden in Friedrichshafen und im Hafen von Konstanz können Schaulustige die kreativen Kostüme bewundern.
Der Veranstalter vergleicht die Atmosphäre der Veranstaltung mit der eines Christopher Street Day. Viele Teilnehmer würden die Gelegenheit nutzen, ihre individuellen und aufwendig gestalteten Outfits öffentlich zu präsentieren.
Keine zusätzlichen Stopps geplant
Dass das Schiff jedes Jahr ausschließlich Friedrichshafen und Konstanz ansteuert, hat praktische Gründe. Laut Siegmund dauert die Fahrt zwischen beiden Städten bereits mehr als eine Stunde. Weitere Anlegestellen würden die Veranstaltung unnötig verlängern. In den späten Abendstunden bleibt das Schiff deshalb auf dem See, wo die Feierlichkeiten fortgesetzt werden.
Auch eine zweite Ausgabe des Torture Ship innerhalb eines Jahres ist derzeit nicht geplant. Zwar wurde die Veranstaltung in früheren Jahren auf größeren Schiffen durchgeführt, allerdings waren diese nicht immer vollständig ausgelastet. Aufgrund der aktuellen Nachfrage könnte jedoch künftig erneut über ein größeres Schiff nachgedacht werden.
Bodensee bleibt einzigartiger Veranstaltungsort
Überlegungen, das Event auch auf Seen in Bayern zu veranstalten, wurden bereits geprüft. Nach Angaben des Veranstalters sprechen jedoch mehrere Faktoren dagegen. Die dort verfügbaren Schiffe seien kleiner und nächtliche Veranstaltungen auf dem Wasser unterlägen strengeren zeitlichen Einschränkungen.
Für Siegmund bleibt das Torture Ship daher eng mit dem Bodensee verbunden. Gleichzeitig hebt er die große Akzeptanz hervor, die die Veranstaltung in der Region genieße. Besucher werden dennoch gebeten, sich in den Hafenbereichen rücksichtsvoll zu verhalten, da sich dort auch Familien und Kinder unter den Zuschauern befinden.
Die Veranstaltung beginnt am 27. Juni um 18 Uhr und endet planmäßig in den frühen Morgenstunden gegen 3.45 Uhr.











