Die Nachfrage nach Elektroautos in Europa nimmt weiter deutlich zu. Nach aktuellen Daten des europäischen Automobilverbands ACEA wurden im Mai mehr als 200.000 reine Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht einem Anstieg von 42,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Auch Österreich bewegt sich bei der Elektromobilität im europäischen Spitzenfeld. Bereits im März entfiel rund ein Viertel aller Neuzulassungen auf vollelektrische Fahrzeuge.
Branchenexperten führen die starke Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück. Neben staatlichen Förderprogrammen und Kaufprämien haben auch die zuletzt deutlich gestiegenen Kraftstoffpreise infolge der Spannungen im Nahen Osten den Umstieg auf Elektrofahrzeuge begünstigt.
Trotz des Booms bleiben Hybridfahrzeuge die beliebteste Antriebsform in Europa. Mit einem Marktanteil von 37,8 Prozent liegen sie weiterhin an der Spitze. Gleichzeitig setzte sich der Rückgang bei klassischen Verbrennern fort. Die Zahl der neu zugelassenen Benziner sank auf rund 210.000 Fahrzeuge, während Dieselmodelle nur noch knapp 70.000 Neuzulassungen erreichten.
Automarkt wächst weiter
Der europäische Pkw-Markt legte im Mai insgesamt um 3,2 Prozent zu. Seit Jahresbeginn beträgt das Wachstum rund vier Prozent. Positive Entwicklungen wurden insbesondere in Deutschland, Spanien und Italien verzeichnet. Dagegen gingen die Verkaufszahlen in Belgien, den Niederlanden, Schweden und Frankreich zurück.
Chinesische Hersteller holen auf
Besonders dynamisch entwickelten sich die chinesischen Autobauer. Unternehmen wie BYD, SAIC, Chery und Leapmotor konnten ihre Verkäufe in den ersten fünf Monaten des Jahres teilweise auf mehr als das Sechsfache steigern.
Vor allem BYD gewinnt in Europa zunehmend an Bedeutung. Mit einem Marktanteil von 2,1 Prozent liegt der chinesische Hersteller inzwischen deutlich vor Tesla.
Bei den etablierten europäischen Herstellern zeigte sich ein gemischtes Bild. Volkswagen steigerte zwar seinen Absatz, verlor jedoch leicht an Marktanteilen. Stellantis konnte zulegen, während Renault, Toyota und Hyundai Marktanteile einbüßten.
Volkswagen bleibt Marktführer
Trotz eines Absatzrückgangs von 3,6 Prozent verteidigte Volkswagen seine Position als größter Autobauer Europas. Insgesamt setzte der Konzern im Mai rund 254.000 Fahrzeuge ab.
Stellantis, zu dem unter anderem Fiat, Peugeot und Opel gehören, verzeichnete einen Rückgang von 2,6 Prozent. Renault musste ein Minus von 1,3 Prozent hinnehmen. Positiv entwickelten sich dagegen BMW mit einem Plus von 3,7 Prozent sowie Mercedes-Benz mit einem Zuwachs von 0,7 Prozent.
In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden europaweit rund 4,75 Millionen Pkw neu zugelassen. Der Anteil reiner Elektroautos stieg dabei von 15,3 auf 20 Prozent.
Gebrauchtwagenmarkt stärkt Elektromobilität
Neben den Neuwagenverkäufen gewinnt auch der Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge zunehmend an Bedeutung. Was noch vor wenigen Jahren ein Nischensegment war, hat sich inzwischen zu einem etablierten Markt entwickelt.
Experten verweisen auf ein deutlich größeres Angebot, transparentere Preise und höhere Qualitätsstandards. Die hohen Zulassungszahlen der Jahre 2020 und 2021 sorgen heute für ein wachsendes Angebot an gebrauchten Elektrofahrzeugen.
Diese Entwicklung erleichtert vielen Verbrauchern den Einstieg in die Elektromobilität. Gleichzeitig haben Fortschritte bei der Batterietechnik die Attraktivität der Fahrzeuge erhöht. Moderne Akkus verfügen selbst nach mehreren Jahren Nutzung häufig noch über rund 90 Prozent ihrer ursprünglichen Leistungsfähigkeit.










