Die Deutsche Bank hat ihre Erwartungen für den Goldpreis deutlich nach unten korrigiert. Als Gründe nennt das Institut die Unsicherheit über die künftige Geldpolitik in den USA sowie eine nachlassende Nachfrage nach dem Edelmetall.
Analyst Michael Hsueh rechnet nun im dritten Quartal mit einem Goldpreis von rund 4.300 US-Dollar je Unze und im vierten Quartal mit etwa 4.800 Dollar. Damit wurden die bisherigen Prognosen um bis zu 22 Prozent gesenkt.
Trotz der Anpassung erwartet die Bank weiterhin steigende Preise gegenüber dem aktuellen Niveau von rund 4.110 Dollar je Unze. Das Aufwärtspotenzial sei jedoch deutlich geringer als zuvor.
Zinspolitik belastet den Goldmarkt
Gold hat seit Beginn des Quartals fast zwölf Prozent an Wert verloren. Hintergrund sind höhere Energiepreise infolge des Nahost-Konflikts und die Erwartung einer strafferen Geldpolitik in den USA.
Die US-Notenbank Fed beließ die Zinsen zuletzt unverändert, deutete jedoch weitere Zinsschritte an. Auch Fed-Chef Kevin Warsh bekräftigte sein Ziel, die Preisstabilität wiederherzustellen.
Nach Einschätzung der Deutschen Bank könnten mehrere weitere Zinserhöhungen den Goldpreis sogar auf etwa 3.800 Dollar drücken.
Standard Chartered sieht weiteres Potenzial
Wesentlich optimistischer zeigt sich die britische Standard Chartered. Die Bank erwartet langfristig einen Goldpreis von 5.100 Dollar je Unze.
Zudem prognostizieren die Analysten einen Anstieg des US-Leitindex S&P 500 auf 7.950 Punkte bis Mitte 2027. Für die zweite Jahreshälfte bevorzugt die Bank vor allem Aktien und Anleihen aus Schwellenländern.










