In der Nacht auf Sonntag hat eine heftige Explosion die Bewohner von Wien-Großjedlersdorf (Bezirk Floridsdorf) kurz nach Mitternacht aus dem Schlaf gerissen. Ein Einfamilienhaus am Karl-Benz-Weg wurde durch die Wucht der Detonation völlig zerstört und geriet teilweise in Brand. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der vorsätzlichen Gemeingefährdung gegen den 93-jährigen Hausbewohner. Es wird vermutet, dass Gasleitungen bewusst manipuliert wurden.
Rettungshunde finden verschütteten Senior in den Trümmern
Die Wiener Berufsfeuerwehr rückte sofort mit einem Großaufgebot aus, um mit den Löscharbeiten zu beginnen und die umliegenden Häuser sowie Fahrzeuge zu kontrollieren. Nach dem Löscheinsatz suchten Rettungshunde der Katastrophenhilfe das Trümmerfeld systematisch nach Vermissten ab.
Ein Spürhund schlug schließlich im Kellerbereich des komplett zerstörten Hauses an. Mithilfe einer speziellen Stabkamera der Schallortungsgruppe konnte der 93-jährige Bewohner lokalisiert und aus den Trümmern geborgen werden. Nach Angaben der Berufsrettung Wien erlitt der Mann Verbrennungen zweiten Grades und wurde umgehend auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht.
Polizei vermutet Absicht: Gasleitungen offenbar manipuliert
Der gerettete Senior steht im dringenden Verdacht, die Explosion selbst herbeigeführt zu haben. Polizeisprecher Philipp Haßlinger bestätigte entsprechende Erkenntnisse:
„Im Zuge des Einsatzes haben sich Erkenntnisse ergeben, dass in diesem Einfamilienhaus mutmaßlich Manipulationen an Gasleitungen vorgenommen wurden.“
Gegen den Österreicher wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft die Festnahme ausgesprochen. Er wird derzeit im Krankenhaus polizeilich bewacht. Medienberichten zufolge könnte ein zivilrechtlicher Streit um die Immobilie das Motiv für die Tat gewesen sein – die Polizei verwies hierzu jedoch auf die noch ausstehende Einvernahme des Mannes, sobald dessen Gesundheitszustand dies zulässt.
Mehrere Verletzte und massive Sachschäden in der Nachbarschaft
Die enorme Wucht der Explosion und der daraus resultierende Splitterflug beschädigten auch zahlreiche angrenzende Einfamilienhäuser und mehrere geparkte Pkw schwer. Fassaden wurden durchbrochen und Fensterscheiben großflächig zertrümmert.
Insgesamt wurden sechs Anrainer durch die Berufsrettung medizinisch versorgt. Zwei von ihnen mussten zur weiteren Behandlung in ein Spital transportiert werden – darunter eine 25-jährige schwangere Frau. Das genaue Gesamtausmaß der strukturellen Schäden an den Nachbargebäuden sowie an der Fahrbahn wird derzeit von Statikern und Einsatzkräften geprüft.











