Österreich steht bei der Fußball-Weltmeisterschaft vor der bislang schwierigsten Aufgabe des Turniers. Im Sechzehntelfinale trifft das Team von Ralf Rangnick am Donnerstagabend in Los Angeles auf Spanien – und damit auch auf Ausnahme-Talent Lamine Yamal. Der 18-Jährige gilt bereits als einer der besten Fußballer der Welt und könnte zur entscheidenden Figur der Partie werden.
Yamal begeistert die Fußballwelt
Der Flügelspieler des FC Barcelona sorgt seit Jahren mit außergewöhnlichen Leistungen für Aufsehen. Experten überschlagen sich mit Lob: Der ehemalige Uruguay-Teamchef Marcelo Bielsa bezeichnet ihn als ein Phänomen, das „nur alle 50 Jahre geboren wird“, während Spaniens Trainer Luis de la Fuente ihm das Potenzial zuschreibt, die Ära von Lionel Messi oder Diego Maradona zu prägen.
Yamal überzeugt mit herausragender Technik, außergewöhnlichem Dribbling, kreativen Pässen und gefährlichen Abschlüssen. Selbst mehrere Gegenspieler gleichzeitig können ihn häufig nicht stoppen. Seine Fähigkeit, Spiele im Alleingang zu entscheiden, macht ihn zu einer der größten Offensivwaffen der Welt.

Österreichs Defensive besonders gefordert
Für das ÖFB-Team bedeutet das eine enorme Herausforderung. Die österreichische Defensive zeigte sich im bisherigen Turnierverlauf nicht immer sattelfest. Gegen einen Spieler wie Yamal wird deshalb eine geschlossene Mannschaftsleistung erforderlich sein.
Vor allem auf der linken Abwehrseite stehen mehrere Optionen zur Diskussion. Phillipp Mwene konnte zuletzt nicht vollständig überzeugen, Alexander Prass gilt als offensivstärker, während auch Marco Friedl oder Konrad Laimer als Alternativen gehandelt werden. Rangnick dürfte seine Defensive speziell auf Spaniens Flügelspieler ausrichten.
Symbolfigur mit Migrationsgeschichte
Lamine Yamal stammt aus einer marokkanisch-äquatorialguineischen Familie und wuchs im katalanischen Stadtteil Rocafonda auf. Seine Herkunft und sein öffentliches Auftreten machen ihn in Spanien immer wieder zum Ziel politischer Debatten und rassistischer Anfeindungen.
Nach Toren formt Yamal regelmäßig die Zahl „304“ mit den Händen – eine Anspielung auf die Postleitzahl seines Heimatviertels. Zudem sprach er sich wiederholt öffentlich gegen Rassismus und Diskriminierung aus.
Vom Wunderkind zum Weltstar
Bereits mit 15 Jahren debütierte Yamal für den FC Barcelona und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der wichtigsten Spieler des Vereins. Nach dem Gewinn der Europameisterschaft 2024 zählt er inzwischen auch in der spanischen Nationalmannschaft zu den Schlüsselspielern.
Eine Oberschenkelverletzung im Frühjahr hatte seine WM-Teilnahme kurzfristig gefährdet. Inzwischen ist der Offensivspieler jedoch wieder fit und erzielte bereits sein erstes Tor bei der Weltmeisterschaft.
Österreich braucht eine perfekte Leistung
Spanien geht als Favorit in das Achtelfinal-Duell. Für Österreich wird entscheidend sein, Lamine Yamal möglichst wenig Raum zu lassen. Gelingt es dem ÖFB-Team nicht, den Jungstar über weite Strecken zu kontrollieren, könnte der 18-Jährige zum spielentscheidenden Faktor werden.










