Beim deutschen Autobauer Volkswagen (VW) zeichnet sich offenbar die nächste große Sparrunde ab. Medienberichten zufolge plant Konzernchef Oliver Blume ein umfassendes Transformationsprogramm, das deutlich über die bisherigen Sparmaßnahmen hinausgeht. Demnach könnten weltweit bis zu 100.000 Arbeitsplätze wegfallen – doppelt so viele wie bislang vorgesehen.
Über die Pläne soll der Aufsichtsrat am 9. Juli beraten. Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter kündigten bereits massiven Widerstand an.
Vier deutsche Standorte könnten geschlossen werden
Nach Informationen des Manager Magazins könnten mittelfristig vier Werke in Deutschland von Schließungen betroffen sein. Genannt werden die Standorte Hannover, Zwickau, Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm.
Die Maßnahmen sind Teil der Unternehmensstrategie „Zielbild 2030“, mit der Volkswagen seine Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig stärken will.
IG Metall und Betriebsrat lehnen Pläne entschieden ab
Die Gewerkschaft IG Metall sowie der Gesamtbetriebsrat reagierten mit scharfer Kritik auf die Berichte. In einer gemeinsamen Erklärung betonten Christiane Benner, Thorsten Gröger und Daniela Cavallo, dass mögliche Werksschließungen und ein weiterer Stellenabbau mit allen verfügbaren Mitteln bekämpft würden.
Auch das Land Niedersachsen, das rund 20 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen hält und im Aufsichtsrat vertreten ist, sprach sich klar gegen Standortschließungen aus. Ministerpräsident Olaf Lies erklärte, Werksschließungen seien keine nachhaltige Lösung für die Zukunft des Konzerns.
Volkswagen setzt auf umfassende Transformation
Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass der Vorstand an einem Zukunftsplan arbeite. Ziel sei es, den Konzern effizienter aufzustellen, Kosten zu reduzieren und technologische Synergien besser zu nutzen.
Teil der Strategie soll auch eine deutliche Straffung der Modellpalette sein. Medienberichten zufolge könnte die Zahl der Fahrzeugmodelle von derzeit rund 150 auf weniger als 100 reduziert werden.
Bereits 37.000 Stellen bis 2030 abgebaut
Volkswagen hatte bereits angekündigt, bis 2030 insgesamt 50.000 Stellen in Deutschland abzubauen – davon 35.000 bei der Kernmarke VW. Nach Unternehmensangaben haben inzwischen mehr als 37.000 Beschäftigte entsprechenden Programmen zum freiwilligen Stellenabbau zugestimmt.
Mit den nun diskutierten Maßnahmen könnte der Sparkurs jedoch deutlich ausgeweitet werden und zu den größten Umstrukturierungen in der Geschichte des Konzerns zählen.









