Der Aufschrei vor einigen Wochen war groß, nun liegt die traurige Gewissheit vor: In fünf Wiener Straßen steckt krebserregender Asbest im Asphalt. Die Laborergebnisse einer akkreditierten Prüfanstalt haben den Anfangsverdacht offiziell bestätigt. Betroffen sind die Rosenhügelstraße, die Anton-Freunschlag-Gasse, die Bertégasse, die Wernergasse und die Stieglergasse. Die Stadt Wien reagiert umgehend und versiegelt alle betroffenen Abschnitte.
Hier sind die Details zur schnellen Schutzmaßnahme der Stadt:
Neue Deckschicht verhindert Faserfreisetzung
„Das ist die schnellste, sicherste und wirksamste Methode, um rasch einen effektiven Schutz zu gewährleisten“, erklärt Wolfgang Ablinger, stellvertretender Leiter der MA 28 (Straßenverwaltung und Straßenbau).
Durch eine neu aufgebrachte Deckschicht wird das belastete Material fest eingeschlossen, sodass keine gefährlichen Asbestfasern mehr an die Umwelt austreten können. Der Schutz wirke sofort. Ein Aufbrechen oder Abfräsen der Fahrbahn hätte hingegen das Risiko geborgen, die giftigen Fasern erst recht freizusetzen.
Umweltmediziner gibt vorsichtige Entwarnung
Auch H-P Hutter, Leiter der Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin der MedUni Wien, beruhigt die Anwohner: „Wird asbesthaltiges Material fest in einer Asphaltoberfläche gebunden, ist das Risiko einer Faserfreisetzung grundsätzlich als sehr gering einzustufen. Das Vorhandensein von asbesthaltigem Gestein im Straßenbelag ist daher nicht automatisch mit einer unmittelbaren Gesundheitsgefährdung gleichzusetzen.“
Die Stadt Wien versichert, dass bei aktuellen Bauprojekten kein solches Gestein mehr verwendet wird. Das betroffene Material stammte aus Steinbrüchen im Großraum Niederösterreich.
Greenpeace lobt rasches Handeln der Wiener Behörden
Aufgedeckt wurde die Problematik von der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die Anfang Juli Proben genommen hatte. Mittlerweile zählt die Organisation rund 40 Verdachtsflächen in elf Wiener Bezirken. Die Stadt geht jedem einzelnen Hinweis konsequent nach.
Stefan Stadler vom Greenpeace-Investigativteam zeigt sich mit der Reaktion der Behörden zufrieden: „Die Stadt Wien handelt vorbildlich. Jede Verdachtsfläche wird geprüft und es werden unverzüglich Maßnahmen gesetzt.“ Für die weiteren gemeldeten Flächen laufen die Auswertungen derzeit noch.









