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Home Eilmeldung

Österreich plant umfassende Reform der Hochschulen bis 2040

by Meryem
Haziran 22, 2026
in Eilmeldung, Hauptschlagzeile, Österreich
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Österreich plant umfassende Reform der Hochschulen bis 2040
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Die österreichische Bundesregierung arbeitet an einer neuen Hochschulstrategie 2040, die das gesamte Bildungssystem im tertiären Bereich grundlegend verändern soll. Ziel ist eine stärkere Abstimmung zwischen Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen.

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner betonte, dass künftig eine einheitliche Steuerung der Wissenschaft notwendig sei. Statt Konkurrenz zwischen den Institutionen solle verstärkt auf Zusammenarbeit gesetzt werden. Die bisherigen Anreize zur Profilbildung einzelner Hochschulen seien zu schwach oder schwer umsetzbar.

„Ein Standort, ein Studium“ als Leitprinzip

Ein zentrales Element der Reform ist der Grundsatz „Ein Standort, ein Studium“. Künftig sollen Studienangebote stärker gebündelt und gemeinsam organisiert werden – nicht nur innerhalb der Universitäten, sondern auch in Kooperation mit Fachhochschulen.

Als Beispiele für bereits funktionierende Zusammenarbeit nannte Holzleitner Zusammenschlüsse wie TU Austria sowie Kooperationen im Raum Graz zwischen der Universität Graz und der Technischen Universität Graz.

Weniger Einzelverträge, keine öffentlichen Mittel für Privatunis

Die Leistungsvereinbarungen zwischen Ministerium und Hochschulen sollen deutlich vereinfacht werden. Diese regeln bislang sowohl Aufgaben der Universitäten als auch ihre staatliche Finanzierung.

Private Universitäten sollen künftig keine direkten öffentlichen Förderungen mehr erhalten. Diese werden derzeit teilweise noch über Bundesländer oder indirekte Programme finanziert.

Mehr Flexibilität durch Teilzeitstudium

Für Studierende ist die Einführung eines strukturierten Teilzeitstudiums geplant. Dieses soll es ermöglichen, das Studienpensum flexibler zu gestalten und damit die Abschlussquoten zu erhöhen.

Diskutiert wird ein Modell, bei dem Studierende pro Semester zwischen Vollzeit und Teilzeit wechseln oder ihr Studium unterbrechen können. Bei reduzierter Studienleistung würden entsprechend auch Beihilfen angepasst, jedoch über einen längeren Zeitraum auszahlbar sein.

Arbeitsrecht und Universitätsstrukturen sollen sich ändern

Ein weiterer Reformpunkt betrifft die Abschaffung sogenannter Kettenverträge im Universitätsbereich. Diese erlauben derzeit mehrfach befristete Anstellungen, die im allgemeinen Arbeitsrecht so nicht vorgesehen sind.

Ziel ist eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen im wissenschaftlichen Bereich. Wie die Finanzierung dieser Maßnahmen erfolgen soll, ist allerdings noch offen.

Auch die interne Organisation der Universitäten soll reformiert werden. Das bisherige Kurienmodell, in dem Professoren im Senat stärker vertreten sind als andere Gruppen, soll durch ein sogenanntes „Faculty“-Modell ersetzt werden. Dieses orientiert sich an internationalen Vorbildern, etwa aus Skandinavien oder dem angloamerikanischen Raum.

Mehr Macht für Senate, weniger für Universitätsräte

Gleichzeitig sind Änderungen in der Leitungsstruktur geplant. Die Senate der Universitäten sollen künftig mehr strategische Verantwortung erhalten, während Universitätsräte stärker auf Kontrollfunktionen beschränkt werden.

Umsetzung erst ab 2027

Die Detailausarbeitung der Reform soll über den Sommer erfolgen. Weitere Diskussionsrunden sind für den Herbst geplant. Die endgültige Hochschulstrategie soll im ersten Quartal 2027 präsentiert werden.

Budget bleibt Streitpunkt

Noch offen ist die Finanzierung der Reformen. Das Budget für den Hochschulbereich ab 2028 soll bis Ende Oktober feststehen. Laut aktuellen Planungen sind Kürzungen vorgesehen, die in der Wissenschaft bereits für Kritik sorgen.

Während im kommenden Jahr ein Plus bei der Grundlagenforschung erwartet wird, sollen in den Folgejahren insgesamt mehrere hundert Millionen Euro im Hochschulsektor eingespart werden.

Unterschiedliche Reaktionen

Die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH) begrüßt grundsätzlich die geplanten Reformen, fordert jedoch mehr Flexibilität beim Teilzeitstudium statt starrer Modelle.

Kritik kommt hingegen aus der Opposition. Die Wissenschaftssprecherin der Grünen, Sigrid Maurer, wirft der Regierung vor, mit den Reformplänen von finanziellen Problemen im Hochschulbudget abzulenken.

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